Missverständnisse und Kommunikation – so umgehen Sie Fettnäpfchen

erstellt am Dienstag, den 11.07.2017

Ganze Bücher, Filme und unterhaltsame Geschichten sind damit gefüllt und laden nicht selten zum Schmunzeln ein: Missverständnisse, die Außenstehende amüsieren und den Bertoffenen selbst eher kränken und verletzen. Fehlinterpretierte Kommunikation, die zu Problemen führen kann, findet man nahezu überall. Im Arbeitsalltag, in Beziehungen und Freundschaften kann es zu Missverständnissen kommen. Fallstricke begegnen uns vielerorts, bei einem Einkauf im Supermarkt, bei einem vermeintlich belanglosen Gespräch mit Nachbarn.

Folgende Situation kennen viele Paare: Ein Mann sagt zu seiner Frau „Schatz, heute siehst du aber gut aus!“ und meint damit nichts anderes, als dass seine bessere Hälfte sich seiner Meinung nach heute ganz besonders hübsch herausgeputzt hat. Er möchte ihr ein Kompliment machen und damit ausdrücken, wie sehr sie ihm gefällt. Seine Frau hingegen erwidert gereizt „Na toll, gefalle ich dir sonst nicht? Mache ich mich zu wenig schick für dich? Anscheinend siehst du mich sonst nicht genauer an!“

Manchmal erwischt man andere Menschen auf dem falschen Fuß, ein wunder Punkt wird getroffen, von dem die andere Seite nichts bemerkt. Wie klärt man Missverständnisse, wenn sie schon entstanden sind? Mit klaren Worten! In dem oben genannten Beispiel kann der Mann auch sagen: „Schatz, also heute hab ich das Gefühl, dass du noch hübscher aussiehst als sonst und dabei ist das ja gar nicht möglich, weil du immer eine wundervolle Frau bist!“ Zugegeben, es ist etwas dick aufgetragen, gleichzeitig kann es bei dieser Aussage nichts Falsches zu deuten geben. Im Idealfall schenkt der Mann (in dem Beispiel) seiner Frau ein liebes Augenzwinkern, da sonst sehr schnell der Eindruck bei seiner Liebsten entsteht, dass er versucht, sie auf den Arm zu nehmen oder das er etwas ausgefressen hat… 😉

Mit diesem Beispiel will ich deutlich machen, dass es wichtig ist, klar und deutlich zu sagen, was man seinem Gegenüber mitteilen möchte. Sehr oft laufen Sender und Empfänger nicht auf der gleichen Frequenz, dadurch entstehen Missverständnisse. Mein Rat an Sie: fragen Sie konkret nach! Schließen Sie nicht sofort auf negative Inhalte, denn oft hat sich Ihr Gegenüber lediglich missverständlich oder unglücklich ausgedrückt.

Ein weiteres Beispiel gefällig? Stellen Sie sich vor, Sie sind beim Metzger und entdecken in der Theke ein Stück Fleischwurst, das Sie kaufen möchten. Sie fragen nun die Fachverkäuferin: „Könnte ich bitte die Hälfte von der Fleischwurst haben?“ Sie möchten freundlich sein, da Sie selbst erkennen, dass dieses Stück kaum mehr zu halbieren ist. Nur leider benötigen Sie nicht das ganze Stück. Die Verkäuferin wird Ihnen antworten: „Nein, da kann ich Ihnen nichts mehr abschneiden, das müssen Sie schon ganz nehmen“. Sie überlegen und werden sich dann für oder gegen den Kauf entscheiden. Kein besonders befriedigendes Ergebnis, nicht wahr?

So ist es möglich an Ihr Ziel kommen:
„Von diesem Stück Fleischwurst bekomme ich bitte die Hälfte!“
Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen die Fachverkäuferin nicht die Hälfte davon abschneiden wird ist gering. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Sie betreten das Ladengeschäft, haben eine Vorstellung von Ihrem Einkauf und formulieren Ihre Wünsche klar, freundlich und deutlich. Sie als Kunde bestimmen das Produkt, das Sie kaufen möchten. Im Idealfall wird sich die Verkäuferin bei Ihnen entschuldigen, wenn sie Ihnen wirklich nicht die Hälfte der Fleischwurst verkaufen darf oder kann. In diesem Fall werden Sie das Ladengeschäft trotzdem als zufriedener Kunde verlassen

Meine Tipps, damit Sie Missverständnissen besser vorbeugen können:

  • Sagen Sie ehrlich, was Sie möchten und denken
  • Gehen Sie wenn möglich, immer höflich auf Ihr Gegenüber ein
  • Bleiben Sie freundlich, aber dennoch bestimmt
  • Versetzen Sie sich in die Situation und Wahrnehmung des Anderen hinein
  • Nehmen Sie eine Ablehnung nicht persönlich
  • Machen Sie aus keiner Mücke einen Elefanten
  • Äußern Sie konstruktive Kritik, wenn nötig
  • Wehren Sie Beleidigungen rechtzeitig ab, damit Sie Ihre Grenzen aufzeigen

Klare Aussagen – Weshalb sind sie so wichtig?

  • Sie vermeiden Missverständnisse
  • Sie erreichen Ihre Ziele und Ihre Vorstellungen leichter
  • Ihr Gegenüber kann direkt reagieren
  • Es stärkt Ihr Auftreten und Ihre Kompetenz

Höflichkeit, Freundlichkeit und ein nettes Lächeln werden Ihnen immer ein perfekter Helfer sein. Aus Freundlichkeit neigen wir während einem Gespräch dazu, nicht klar zu sagen, was wir unserem Gegenüber mitteilen möchten.

Ehrlich zu sein bedeutet nicht zwangsläufig, den anderen ein schlechtes Gefühl zu vermitteln. Um nicht überheblich oder unfreundlich zu erscheinen, spielt der Umgangston in diesem Zusammenhang eine entscheidende und wichtige Rolle. Eine direkte Ansage im Befehlston ist mit Sicherheit kontraproduktiv. Am besten überlegen Sie im Vorfeld, was Sie mit Ihrem Gespräch bezwecken oder aussagen möchten. Ist ihr Anliegen wichtig, unterstreichen Sie mit Ihrer Wortwahl die Dringlichkeit.

Das bedeutet konkret: Wenn Sie beispielsweise dringend einen Besuch bei einem Facharzt benötigen, ist es unumgänglich, diese Dringlichkeit bei Ihrem Telefonat am Empfang des Arztes deutlich zu machen. Ein höflicher und freundlicher Umgangston versteht sich dabei von selbst. Die Kombination aus Bestimmtheit, Dringlichkeit und Freundlichkeit gibt Ihnen die Aufmerksamkeit, die Sie für Ihren Termin benötigen.

Missverständnisse machen uns oft das Leben schwerer, das passiert schneller, als man denkt. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Sind Sie ein Meister darin, Missverständnisse zu umschiffen oder bemerken Sie Fettnäpfchen oft erst dann, wenn es bereits zu spät ist?


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